Genetische Beratung

Im letzten Jahr habe ich meine Gene sequenzieren lassen, was in den nächsten Jahren sicher jeder Mensch tun wird, weil es sehr kostengünstig geworden ist (etwa 100 Euro) und weil daraus sehr viele Erkenntnisse für die unterschiedlichsten Lebensbereiche abgeleitet werden können (von der Krebsvorsorge über günstige Ernährungs- und Lebensstile bis hin zu Begabungs- und Neigungsprofilen). Über meine ersten Erfahrungen in diesem Bereich berichte ich hier:

  • Mein Genom: Begabungen, Neigungen, Körperreaktionen, Erbkrankheiten (2016) (klicken Sie bitte –> hier)

Der Berufsstand des „genetischen Beraters“ hat sich in Deutschland noch nicht etabliert (im Gegensatz zu den angloamerikanischen Ländern). Ich möchte mich aber auch in diese Richtung hin weiter entwickeln. Denn der Austausch über die aus den Genen ableitbaren Einsichten muss von fachkundigen, naturwissenschaftlich gebildeten Menschen moderiert werden. Und in diesem Zusammenhang ist zu überprüfen, wie sinnvoll es ist, hier gewonnene Einsichten in die Berufs-, Lebens- und Gesundheitsberatung einfließen zu lassen, welche Möglichkeiten und Grenzen die Gensequenzierung also für die Lebensberatung bietet. Diese Fragen werden in der Öffentlichkeit und Wissenschaft unter anderem erörtert unter dem Stichwort „Direct to consumer genetic testing“ (DTC GT). Erste Ansätze für die Sinnhaftigkeit deuten sich in dem eben angeführten Aufsatz schon an.

Ich berate Sie gerne zu Fragen wie:

  • Wo und wie kann ich meine Gene sequenzieren lassen? Was können die Ergebnisse über meine Vorfahren aussagen und wie können sie in meine Ahnenforschung, Stammbaumforschung einfließen („Ancestry report“)?
  • Medizinische Beratung in engerem Sinne ist in diesem Zusammenhang in Deutschland derzeit – aufgrund der Gesetzeslage – nur durch promovierte Humangenetiker oder Fachhumangenetiker (nach fünfjähriger Ausbildung) erlaubt. Diese Beratung möchte ich jedermann sehr empfehlen. Allerdings kann man die derzeitige Gesetzeslage – aus internationaler Perspektive her gesehen – auch für etwas bigott halten, zumal es mittelfristig gesehen für solche Beratungen viel zu wenige Humangenetiker in Deutschland geben wird. Dieser Umstand ist der deutschen Ärzteschaft ebenso bewusst (s. z.B.: „Genetische Beratung – Nichtärztliche Personen können ein Gewinn sein“ in Dt. Ärzteblatt, 2013, pdf) wie das internationale Bewusstsein dafür wächst (s. z.B.: „Genetic counseling – A growing area of opportunity“ in Science Mag., 2016).
  • Ob und inwieweit es auch nichtärztlichem Personal erlaubt ist, im Beratungsgespräch Schlaglichter zu werfen auf die Begabungsprofile von gesunden Menschen abgeleitet aus ihren Gensequenzmustern sollte dringend durch den Gesetzgeber geklärt werden. Derzeit bin ich an Austausch über solche Themen und noch mehr an einer beruflichen Weiterbildungen im Bereich des genetischen Beraters“ sehr interessiert.
  • Soweit es zunächst nur die „genetische Beratung“ im Bereich der Ahnenforschung betrifft, dürfte eine solche auch keineswegs gegen die in Deutschland bestehende, wie gesagt wohl reichlich veraltete Gesetzeslage verstoßen.
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